Lexikon

Agnosie

Ein Gegenstand wird nicht „erkannt“, obwohl man nicht blind ist (visuelle Agnosie oder Seelenblindheit oder Objektagnosie), obwohl man nicht taub ist (akustische Agnosie oder Seelentaubheit).

Betreutes Wohnen

Für Menschen mit Behinderung, bei denen eine Notwendigkeit für einen Heimaufenthalt oder eine stationäre Unterbringung nicht mehr besteht, die aber eine ambulante Begleitung benötigen, bietet sich das Betreute Wohnen (Wohnen mit Assistenz) an.

Hier wird dem Menschen mit Behinderung eine weitgehende Selbständigkeit gewährleistet, es stehen jedoch Fachkräfte zur Verfügung, die bei all dem mithelfen, bei dem eine Begleitung oder Assistenz notwendig ist.

Betreuungsrecht

Wenn ein Volljähriger aufgrund einer körperlichen, seelischen oder geistigen Behinderung oder Krankheit seine Angelegenheiten nicht oder nur noch teilweise besorgen kann, bestellt das Vormundschaftsgericht auf dessen Antrag oder von Amts wegen einen Betreuer. Dies wurde im neuen Betreuungsrecht vom Januar 1992 geregelt, das das alte Vormundschaftsrecht ersetzt hat. Danach bleibt ein Betreuter geschäftsfähig, d.h. er wird nicht mehr entmündigt und damit aller seiner Rechte entkleidet. Umfang und Dauer der Betreuung richten sich danach, was der Betroffene im konkreten Fall noch selbst entscheiden bzw. erledigen kann (z.B. Unterbringung, Vermögensbetreuung) und was durch andere – private oder öffentliche – Hilfen nicht abgedeckt werden kann. Besonders schwerwiegende Maßnahmen (z.B. Kündigung der Wohnung des Betreuten) müssen vom Vormundschaftsgericht genehmigt werden.

Demenz

Eine Demenz (lat. Dementia „ohne Geist“ bzw. Mens = Verstand, de = abnehmend) ist ein Defizit in kognitiven, emotionalen und sozialen Fähigkeiten, das zu einer Beeinträchtigung sozialer und beruflicher Funktionen führt und meist mit einer diagnostizierbaren Erkrankung des Gehirns einhergeht. Vor allem ist das Kurzzeitgedächtnis, ferner das Denkvermögen, die Sprache und die Motorik; bei einigen Formen auch die Persönlichkeitsstruktur betroffen. Maßgeblich ist der Verlust bereits erworbener Denkfähigkeiten im Unterschied zur angeborenen Minderbegabung. Heute sind verschiedene Ursachen von Demenzen geklärt; einige Formen können in gewissem Umfang behandelt werden, d. h. die Symptome können im Anfangsstadium einer Demenz verzögert werden. Die am häufigsten auftretende Form der Demenz ist die Alzheimer-Krankheit. Eine Demenz kann auf ganz verschiedenen Ursachen beruhen, für die Therapie ist die Klärung dieser Unterscheidungsmerkmale wichtig.

Ergotherapie

Ergotherapeuten (Arbeitstherapeuten, Beschäftigungstherapeuten (veraltet) arbeiten in der Regel mit geistig und körperlich behinderten Menschen. Sie versuchen, mit Hilfe von Geschicklichkeits- und Ausdauerübungen, den behinderten Menschen in die Lage zu versetzen, mit alltäglichen Anforderungen und Problemen besser fertig zu werden.

Grundpflege

Grundpflege oder Direkte Pflege bezeichnet in den Pflegeberufen der Gesundheits- und Krankenpflege, der Kindergesundheits- und Krankenpflege, der Altenpflege und der Heilerziehungspflege grundlegende, gewöhnliche und regelmäßig wiederkehrende Pflegeleistungen. Diese umfassen den Bereich der Körperpflege, der Ernährung und der Mobilität, sowie andere nicht-medizinische Pflegetätigkeiten aus den Bereichen der Aktivitäten des täglichen Lebens.[1] Die Durchführung ärztlich verordneter Behandlungen, wie die Verabreichung von Medikamenten, Injektionen, Verbandwechsel wird analog als Behandlungspflege bezeichnet.

Kozijavkin-Methode

Intensive neurophysiologische Rehabilitation.

Krankenversicherung

Die gesetzliche Krankenversicherung hat nach den Bestimmungen des Sozialgesetzbuches (SGB) V das Ziel, den Gesundheitszustand der Versicherten wiederherzustellen, zu verbessern bzw. zu erhalten. Unabhängig von der jeweiligen Krankenkasse hat jeder Versicherte dabei Anspruch auf die gleichen gesetzlich festgelegten Leistungen. Zu diesen gehören unter anderem die ärztliche Behandlung, die Versorgung mit Arzneimitteln und die Krankenhausbehandlung. Darüber hinaus können die Krankenkassen sogenannte Mehrleistungen anbieten – etwa im Bereich der Gesundheitsvorsorge oder bei alternativen Heilmethoden.

Multiple Sklerose (MS)

Eine chronische, meist in Schüben verlaufende Krankheit des Zentralnervensystemes. Durch Entzündung und Vernarbung werden die Hüllen der Nervenfasern beschädigt oder zerstört, die Folge sind Störungen der Sinnes- oder anderer Organe oder Lähmungen einzelner oder mehrerer Gliedmaßen. Zeitweilige oder vollkommene Rollstuhl-Abhängigkeit ist oftmals das Resultat.

Symptome variieren – Kribbeln, Empfindungsstörungen, Gefühle der Schwäche und Schwere oder Spastizität sind ebenso möglich wie Lähmungen.

Bei jungen Erwachsenen ist die Multiple Sklerose die häufigste erworbene Erkrankung des zentralen Nervensystemes.

Pflegestufe

Um Leistungen der Pflegeversicherung in Anspruch nehmen zu können, muss vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherungen (MDK) eine Pflegestufe festgestellt werden. In Deutschland gibt es drei Pflegestufen. Sie sind so eingeteilt, dass die Leistungen nach dem erforderlichem Zeitaufwand für die Grundpflege (bestehend aus Körperpflege, Mobilität und Ernährung) und die hauswirtschaftliche Versorgung ausgezahlt werden.